Pfeifengras - Molinia

Ziergräser sind dekorativ und bringen Form und Farbe in den heimischen Garten. Das heimische Pfeifengras bildet hier keine Ausnahme und ist bei vielen Gärtnern aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit und einfachen Kultivierung beliebt. Effektvoll ziehen die Gewächse ganzjährig die Blicke auf sich. Im Sommer besticht das Gras durch seine langen Blütenähren, welche sortenabhängig in einer gelben, blaugrünen oder braun-schwarzen Färbung erstrahlen. Im Herbst verfärben sich die oberirdischen Pflanzenteile und nehmen einen orange-goldenen Ton an. Während einige Sorten sich beim ersten Kälteeinbruch auflösen, sind andere ein attraktiver Blickfang im winterlichen Garten.

Besonders bekannt sind das "Hohe Pfeifengras" und "Moor-Pfeifengras. Beide Molinia Arten sind pflegeleicht, unterscheiden sich aber in der Wuchshöhe und bei den Anforderungen an das Substrat. Krankheiten und Schädlinge haben bei den beständigen Gewächsen keine Chance. Ein weiterer Vorteil für Gärtner: Selbst gefräßige Schnecken und Schädlinge machen um die langen Laubblätter einen großen Bogen.

Seite 1 von 1
10 Artikel gefunden, zeige Artikel 1 - 10

Robuste Gräser für den Garten

Die zur Familie der Süßgräser angehörigen Pflanzen sind krautig wachsende, ausdauernde Gewächse. Charaktertisch für viele Molinia-Stauden sind die aufrechten Halme mit dem lanzettförmigen, schmalen Laub. Bereits die ersten warmen Sonnenstrahlen reichen aus, um die Gewächse zur Ausbildung der grasartigen Blätter anzuregen. Damit gehören die Ziergräser zu den früh grünenden Pflanzen. Abhängig von der Sorte kann das grasartige Laub eine Länge zwischen 10 bis 220 cm erreichen. Die schleierförmigen bis rispenartigen Blütenhalme überragen das Laub dabei häufig um ein vielfaches und verleihen dem Gras ein faszinierendes Erscheinungsbild. Die Blütezeit beginnt zwischen Juli oder August und erstreckt sich bis weit in den Oktober hinein. In weiten Teilen von Europa, Westasien, Afrika und Nordamerika ist das Horst ausbildende Ziergras in Wäldern und Wiesen anzutreffen. Jahrhundertelang wurden die dekorativen und fast knotenfreien Halme der Pflanze zur Reinigung von Pfeifen verwendet. Dadurch erhielt Molinia den trivialen Namen "Pfeifengras". In einigen ländlichen Gegenden ist das Gewächs auch noch unter dem Begriff "Besenried" bekannt. Die widerstandsfähigen Pflanzenteile wurden lange Zeit zusammengebunden und als Besen genutzt.

Vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten

Pfeifengras-Stauden sind abwechslungsreich und überaus anpassungsfähig. Dadurch lässt sich das mehrjährige Gewächs universell in naturnahen Gärten einsetzen. Die Sorte Molinia arundinacea 'Karl Foerster' beispielsweise eignet sich für eine solitäre Pflanzung im Vor- oder Steingarten. Kleinwüchsiges Pfeifengras, wie etwa Molinia caerulea 'Edith Dudszus' oder der schwarzblütigen Molinia caerulea 'Moorhexe' bringt in Gruppen gesetzt Struktur in das Staudenbeet. Die pflegeleichten Ziergräser können auch am Gehölzrand oder direkt als bodendeckende Unterpflanzung von Laubbäumen verwendet werden. Im Laufe der Zeit erreichen einige Exemplare eine beeindruckende Breite von über 80 cm. Einige Sorten lassen sich auch dauerhaft in ausreichend großen Pflanzgefäßen kultivieren und bringen damit Abwechslung auf den hellen Balkon oder die große Terrasse. Besonders dafür geeignet sind dabei das Kleines Pfeifengras 'Heidebraut' oder auch das Moor-Pfeifengras 'Variegata'.

Wer nicht genug von der aparten Schönheit bekommt, der kann Blätter und Blütenstände auch als dekorativen Vasenschmuck nutzen. Im frischen Zustand wertet das Ziergras Schnittblumen auf, getrocknet kann es für Trockensträuße verwendet werden.

Geringe Anforderungen an den Standort

Es gibt kaum einen Garten, in dem sich das heimische Süßgras nicht wohlfühlt! Während Molinia caerulea es gerne etwas trockener mag, kann das Moor-Pfeifengras auch in den unteren Bereich von Kräuterspiralen gesetzt werden. Ein frisches bis feuchtes Substrat wird von allen Sorten toleriert. Weil die Wurzeln von Molinia eine beeindruckende Länge von über 1 m erreichen können, sollte der Boden tiefgründig sein und bereits vor der Pflanzung ausreichend aufgelockert werden. Einige Sorten des robusten Ziergrases reagieren empfindlich auf einen hohen Kalkgehalt im Erdreich. Es vermindert die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Vollsonnige bis halbschattige Plätze sind ideal für die Kultivierung der Pfeifengräser. Der häufigste Grund bei einem kümmernden Erscheinungsbild ist auf einen Lichtmangel zurückzuführen und lässt sich schnell korrigieren. Ob als Gruppen- oder Solitärpflanzung, zur optimalen Entfaltung der Gräser sollte man aufgrund des schnellen Wachstums einen Mindestabstand einhalten.