Taglilie - Hemerocallis

Hemerocallis leitet sich aus dem griechischen ab und bedeutet `Tagesschönheit`. Wie der Name schon sagt, blüht jede Blüte nur einen Tag. Da jeder ausgewachsene Blütenstiel duzende Blütenknospen besitzt, fällt dies nicht weiter auf. So kann also eine ältere Pflanze bis zu 500 Blüten erzeugen. Die Blühdauer erstreckt sich hier auf bis zu vier Wochen. Kombiniert man früh- und spätblühende Sorten, so kann sich die Blühdauer sogar über mehrere Monate hinausziehen.

Die Taglilien gehören in der Botanik der Stauden eingeordnet, da diese über einen mehrjährigen und krautigen Wuchs verfügen. Sie wird vom Züchter Karl Foerster auch als ?die Blume der intelligenten Faulen? bezeichnet, da die Pflanzen nur wenig Pflege brauchen.

Standorte und Begleitstauden der Taglilie

Beim Standort sollte darauf geachtet werden, dass die Stelle möglichst sonnig gelegen ist. Wählt man einen Standort in halbschattiger Lage, ist mit Einbußen der Blühwilligkeit zu rechnen, dennoch ist dies möglich. Der Boden sollte gut durchlässig sein.

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Alle Pflanzen, die den gleichen Lebensbereich haben und farblich passen, können mit den Taglilien zusammengesetzt werden. Sie sollten ihr Beet so gestalten, dass dies ganzjährig blüht. Kombinieren Sie Frühblüher mit Spätblüher und sie werden das ganze Jahr Freude in Ihrem Garten haben. Bedenken Sie bei der Planung, dass es noch keine Taglilie in Blautönen gibt. Gleichen Sie die fehlende Farbe also mit anderen blaublühenden Stauden aus.

Taglilien pflanzen

Gepflanzt werden sollen die Taglilien in der Zeit von April bis Oktober. In diesem Zeitraum können die Pflanzen vor der Winterperiode gut anwachsen.

Als erstes hebt man ein Pflanzloch aus. In der Mitte sollte ein kleiner Hügel geschaffen werden, dass die Wurzeln der Pflanze beim Einsetzen nach allen Seiten verteilt ausgebreitet werden können. Der Wurzelansatz sollte ca. 1 bis 2 cm unter der Erdoberfläche gepflanzt werden. Pflanzt man die Taglilie zu tief, muss mit Verzögerung oder gar Ausfall der Blüte gerechnet werden, bis sich die Pflanze von allein auf diese Höhe aufrichtet. Der Pflanzabstand zu benachbarten Stauden oder Gehölzen sollte ca. 40 bis 50 cm betragen. So haben die Taglilien genügend Platz zur Entwicklung und beschleunigen so ihr Wachstum. Werden die Pflanzen zu dicht gepflanzt, kann es zu einem Ausfall der Blüte oder der gesamten Pflanze kommen.

Miniatur- und kleinblütige Taglilien, wie zum Beispiel die schöne Sorte `Stella d Oro` ist sehr gut für die Kübelpflanzung geeignet. Es sollte darauf geachtet werden, dass im Sommer eine ausreichende Wassergabe gewährleistet ist sowie eine Düngung vor der Blüte. Im Winter sollte der Behälter nicht einfrieren.

Blüte der Taglilie

Die Hauptblütezeit beträgt bei Taglilien meist fünf bis sieben Wochen. Bei Taglilien gibt es die verschiedensten Blütenformen. Von Runden, gefüllten, gerüschten Formen, bis hin zu spinnen-, stern- und trompetenförmigen Blüten ist alles vertreten. Die Farbenvielfalt erstreckt sich mit all seinen Tönen von Gelb, Orange, Rosa, Rot, Lila bis hin zu Weiß und fast Schwarz. Ein Reines Weiß oder reines Blau konnte trotz aller Bemühungen bisher leider noch nicht gezüchtet werden. Am schönsten öffnen die Pflanzen ihre Blüten nach sonnigen Tagen mit feuchtwarmer Nacht. Nach solchen Tagen zeigen sich die Taglilien schon in den Morgenstunden in voller Pracht.

Alle Taglilienblüten sind zum Verzehr geeignet und können hervorragend zu dekorativen Zwecken von Speisen verwendet werden. In China werden die Knospen der Taglilie getrocknet und verzehrt. `Goldene Nadeln` wird der Gaumenschmaus genannt und als Beigabe zu verschiedenen Speisen wie zum Beispiel Suppen, Salaten und Reisgerichten serviert.

Pflege der Taglilie

Wählt man einen geeigneten Standort, so hat man wenig Aufwand mit der Taglilie. Sind die Pflanzen noch jung, so ist es empfehlenswert, die Pflanzen zu düngen und sie anschließend mit Mulch gut abzudecken. So kann die Pflanze in den nächsten Jahren geschützt zu Horsten heranwachsen.

Während der Hauptblütezeit von April bis Mai brauchen die Taglilien zusätzlich Wasser und Dünger. Zu empfehlen ist Depotdünger. Dieser Langzeitdünger gibt den leicht löslichen Stickstoff nur langsam an den Boden ab. Dies sorgt dafür, dass der Erdboden nicht überdüngt wird. Ist die Pflanze überdüngt, neigt sie dazu, dass die Blütenstiele sich splitten und Probleme bei der Überwinterung machen.

Taglilien halten dankt ihrer fleischigen Wurzeln hervorragen Trockenheits- und Frostperioden aus. Dank dieser Eigenschaft können sie auch problemlos eine lange Versandzeit ohne Beschädigung überstehen. Bei neuen Züchtungen wie zum Beispiel halbimmergrünen Sorten aus den USA ist es empfehlenswert, die Taglilien im Winter zusätzlich mit Tannen- oder Fichtenzweigen abzudecken.

Es dauert ca. drei Jahre, bis sich eine kleine Taglilie zu einem Taglilienbusch entwickelt. Dieser ist mit zahlreichen Blüten ein richtiger Hingucker in Ihrem Garten.

Vermehrung von Taglilien

Geteilt werden die Pflanzen in der Regel vor Ende Mai oder nach der Blüte. Das Teilen der Taglilien kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen. Die gebräuchlichste Teilung ist die der Wurzelstöcke. Dieser lässt sich ohne große Anstrengung in einzelne Fächer teilen. Zuerst sollten Sie den ausgegrabenen Wurzelballen mit Wasser von der Erde befreien. Anschließend können Sie die Pflanze mit den Händen teilen. Bei Sorten wie zum Beispiel `Stella d ´Oro` stehen die Fächer sehr eng aneinander oder die Wurzeln sind miteinander verwachsen. Hier müssen Sie die Teilung mit einem Messer vornehmen. Dies führt in den meisten Fällen leider zu Verlusten. Wenn die Pflanze geteilt wurde, muss das Laub fächerförmig zurückgeschnitten werden. Dies verhindert den übermäßen Feuchtigkeitsverlust während der Anwachsperiode.

Schädlinge

Erfreulicherweise haben Taglilien nur einen nennenswerten Schädling. Die Taglilien-Gallmücke. Diese unansehnlichen Fliegen legen ihre Eier in junge Knospen von frühblühenden Taglilien. Jede einzelne Knospe kann bis zu 300 Larven enthalten. Dies führt dazu, dass die Blütenknospe tulpenförmig anschwillt und anschließend abgeworfen wird, ohne vorher geblüht zu haben. Diese Knospe sollten Sie keinesfalls über den Kompost entsorgen um die Ausbreitung zu verhindern.

Die Larven verlassen die Blütenknospe und entfalten sich zu Fliegen. Diese überwintern und der neue Zyklus fängt im darauffolgenden Frühjahr erneut an.

Schädlinge bekämpfen

Zur Vorbeugung sollten sie im Frühling und Frühsommer die Pflanzen überprüfen. Sticht Ihnen eine ungewöhnlich angeschwollene Knospe ins Auge, sollten Sie diese abbrechen und über den Hausmüll entsorgen.