Blauregen - Wisteria

Mit einem außergewöhnlichen und farbenprächtigen Erscheinungsbild zeigen sich Wisterien in der Blütezeit an Hausfassaden. Die traubenförmig in Kaskaden herabhängenden Blüten bilden sich - abhängig von der Sorte - bereits ab Mitte April. Der zartbetörende Duft der zur Familie der Schmetterlingsblütler gehörenden Pflanze erfreut den Gärtner und lockt gleichzeitig zahlreiche, nützliche Insekten an. Doch auch außerhalb der Blütezeit muss sich der Blauregen keinesfalls verstecken. Denn das auch als Glyzinie bekannte Gehölz umrankt mit seinen knorrig gewundenen Stämmen und dem filigranen Laub attraktiv Wände, Gartenzäune und alte Bäume. Wer sich die dichten, sommergrünen Blätter zunutze machen möchte, kann mithilfe eines stabilen Rankgerüsts lauschige, mit Wisterien überdachte Plätze im Garten schaffen.

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Die schnell wachsenden Triebe des Blauregens können eine Länge von über 30 m erreichen. Eine stabile Abstützung in Form von Drahtseilen oder Rankgittern ist deswegen unbedingt empfehlenswert. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Blütenmenge, wenn eine Vielzahl der Triebe durch Rankhilfen horizontal abgeteilt wird. Ein wichtiger Pluspunkt für Hausbesitzer: Der Blauregen bildet keine Haftwurzeln aus, sodass das Mauerwerk keinen Schaden nimmt. Trotz seiner auffallenden Blütenpracht sind Wisterien relativ anspruchslos und einfach zu kultivieren. Stimmen Wetter und Standort überein, so lässt sich das aparte Ziergehölz auch noch zu einer zweiten Blüte im Herbst animieren.

Repräsentative Wisteria-Arten

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Wisterien Sorten nach Europa und haben seitdem nichts von ihrer Beliebtheit und Faszination verloren. Die Arten unterschieden sich dabei in der Wuchshöhe, -Form und Blütenfarbe. Durch zahlreiche neue Züchtungen und Hybridsorten ist es schwierig, eine Blauregen-Art nur aufgrund ihrer Wuchsform zu bestimmen. Die aus China stammende Wisteria sinensis zeichnet sich durch starkes Wachstum und einem links gedrehten Stamm aus. Die Zuchtform 'Prolific' besticht durch intensiv blau leuchtende Blüten, während die Sorte 'Alba' mit einer weißen Blütenpracht aufwartet. Beim Chinesischen Edelblauregen bilden sich die Blüten häufig noch vor dem sommergrünen, gefiederten Blättern aus.

Wisteria floribunda hingegen ist eine aus Japan stammende Blauregen-Art. Die bis zu 60 cm langen Blütentrauben öffnen sich zeitgleich mit dem Laubaustrieb im Mai bzw. Juni. Das Gehölz wächst rechts windend und besitzt größere Blüten als andere Wisterien Arten. Die violettblauen Blüten der Sorte Macrobotrys lassen sich akzentreich mit andersfarbigen Blauregen-Sorten kombinieren. Einen weitaus schwächeren Wuchs besitzt die nordamerikanische Wisteria frutescens. Deren gefüllte Blüten zeigen sich von Juli bis August an den bis zu 10 m langen, schlanken Trieben. Das amerikanische Ziergehölz kommt früher ins Blütenalter als die anderen Wisterien Arten. Bereits im ersten Jahr nach der Pflanzung können sich die ersten zarten Blütentrauben zeigen.

Robuste und romantische Schönheiten für den Garten

Was die Farbenpracht betrifft, so muss sich keine der zahlreichen Wisterien-Sorten verstecken. Das Spektrum reicht von weißen, purpurroten, violettblauen bis hin zu zart rosafarbenen Blüten. Alle Sorten des Blauregens sind lichthungrig und bevorzugen einen warmen, windgeschützten Platz. Der Standort sollte deswegen sonnig bis halbschattig sein. An dunklen Orten stagniert das Wachstum und es bilden sich wenig bis gar keine Blüten aus. Wisterien sind winterhart, reagieren jedoch allesamt empfindlich auf Spätfrost. Dabei besteht die Gefahr, dass die Blütenknospen erheblichen Schaden nehmen und absterben. Blauregen kommt mit fast jeder Art von Substrat zurecht. Ideal ist ein humusreiches, tiefgründiges und feuchtes Erdreich. Mit Humus, Kompost oder Hornspänen werden dem Boden im Frühjahr und Spätsommer wichtige Nähr- und Mineralstoffe zugefügt.

Bei besonders wüchsigen Arten sind regelmäßige Schnittmaßnahmen unabdingbar. Diese fördern die Blütenpracht und unterbinden gleichzeitig ein unkontrolliertes Höhenwachstum. Zwischen Juli und August werden Seitentriebe radikal auf 4 bis 6 Augen zurückgekürzt. Stammnahe Jungtriebe werden erst zwischen Oktober bis Februar geschnitten. Mit einem scharfen Messer oder einer Säge lassen sich Quetschstellen an den Ranken vermeiden.