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Staudengarten gestalten

07.11.2017 10:00 0 Kommentare

Staudenpflanzen bieten hervorragende Gestaltungsmöglichkeiten und für jeden Gärtner gibt es eine umfangreiche Auswahl, was Pflanzengröße sowie Blütenfarben anbelangt. Wenn Sie einen Staudengarten gestalten möchten, können Sie Ihre kreative Ader in vollen Zügen ausleben. Stauden erweisen sich regelmäßig als robuste und pflegeleichte Gewächse, die sowohl für den sonnenreichen Garten sowie zum Bepflanzen im Schattengarten genutzt werden. Die Arten reichen von niedrig wachsenden Bodendenkern über blütenreiche Schnittstauden, Duftstauden, schneckensichere Stauden bis hin zu weit ausschweifenden Farnen, hochwüchsigen XL Stauden und Schatten liebenden Staudenpflanzen. Selbst für schwierige Bereiche erweisen sich bestimmte Staudenarten als hervorragende Problemlöser.

Mit unserem Ratgeber möchten wir Ihnen hilfreiche Tipps geben, welche Ansprüche Stauden hinsichtlich Standort sowie Pflege haben und welche Stauden sich für die Gestaltung eines hübschen Gartenbeets besonders eignen.

Welche Standorte und Böden eignen sich für Staudengärten?

Unter den Stauden finden sich für nahezu alle Standorte und Böden geeignete Pflanzen. Dennoch sollten Sie immer abwägen, welche Staudenart mit den gegebenen Standorteigenschaften gut zurechtkommt. Viele Stauden bevorzugen einen lichthellen, sonnigen Standort sowie einen nährstoffreichen Boden. Gleichzeitig lieben die meisten Staudengewächse einen windgeschützten Bereich, sodass sie idealerweise den Schutz von Mauer oder Zaun genießen dürfen. Einige Sorten bevorzugen andere Bedingungen.

Hier einige Beispiele:

  • Woll-Ziest (Stachys byzantina): wasserlässiger, nährstoffarmer Boden
  • Sonnenhut (Rudbeckia fulgida): sonnige Lage, leicht feuchten und nährstoffhaltigen Boden
  • Liebesgras (Eragrostis): sonniger Platz, frische bis feuchte und nährstoffreiche Erde
  • Sterndolden (Astrantia): eher trockene Böden, Halbschatten
  • Fingerhut (Digitalis): Halbschatten mit kurzer Sonne am Vormittag, eher trockene Böden
  • Stauden, die für den Vollschatten geeignet sind:
  • Christ- und Lenzrose (Helleborus)
  • Immergrün (Vinca)
  • Funkien (Hosta)
  • Lilientraube (Liriope muscari)
  • Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)

Für einen Übergang zwischen Sonnenplatz und Schattenplatz sind beispielsweise nachfolgende Stauden zu empfehlen:

  • Frauenmantel (Alchemilla)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Nieswurz (Helleborus foetidus)
  • Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae)

Diese Staudengewächse gedeihen im Halbschatten sowie im Schatten, können sich aber auch dort gut arrangieren, wo in Übergangszonen ein Teil der Pflanze durchaus etwas mehr Sonnenlicht abbekommt.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie bei der Staudenauswahl den Platzbedarf jeder Pflanze berücksichtigen. Problemlos ist es möglich, verschiedene Staudenpflanzen mit unterschiedlichen Platzansprüchen in einem Beet zu arrangieren. Jedoch kann es aufgrund des Wachstums breitwüchsiger Beetstauden zur Verdrängung kleinerer Stauden kommen, insofern beim Planen des Staudenbeets die optimalen Pflanzabstände nicht hinreichend berücksichtigt wurden.

Bei der Pflanzung ist zudem die Pflanztiefe jeder einzelnen Pflanze zu beachten. Falls Sie beim Staudengarten gestalten mit der Höhe spielen wollen, können Sie niedrigere Stauden in einen aufgeschütteten Erdhügel einpflanzen oder auch kleinwüchsige Stauden in einem ausreichend großen Pflanzgefäß in das Staudenbeet integrieren. Indem Sie die Pflanzenschale auf einen Stein stellen, ist es möglich, die niedrigen Staudengewächse höher zu platzieren. Auf diese Weise lassen sich sogar Stauden kombinieren, die unterschiedliche Bodenansprüche hegen und ebenfalls lässt sich eine Verdrängung durch stärkere bzw. mehrjährige Stauden zuverlässig verhindern. Hübsch ist es, wenn Sie ein kleines Pflanzgefäß auf einem Hocker oder einer Säule in den Staudengarten integrieren.

An schwierigen Standorten einen attraktiven Staudengarten gestalten

Mit Stauden lassen sich im Garten zahlreiche Probleme lösen. Nicht nur an schattigen Standorten (z. B. zur Unterpflanzung von Bäumen) gedeihen diverse Staudenarten prächtig, sondern auch an kargen Plätzen oder im Beet, das von gefräßigen Schnecken eingenommen wurde. Manche Sorten werden von der Schnecke vollständig gemieden. Dazu zählen neben anderen die Arten

  • Weißer Mauerpfeffer
  • Weiße Kuhschelle
  • Taglilie
  • Zwergspiere
  • Storchschnabel
  • Silberkerze
  • Sonnenbraut
  • Schlüsselblume

Gibt es in Ihrem Garten pralle Sonne, steinigen Boden oder sehr feuchte Bereiche? Für jedes Problem gibt es ein paar Stauden, die sich davon nicht beeindrucken lassen und sich prächtig am problematischen Standort entfalten. Für sumpfähnliche Gartenbereiche können Sie mit diversen Arten einen fantastischen Staudengarten anlegen.

Hierfür ebenfalls einige Beispiele:

  • Schillernde Schwertlilie
  • Sumpf-Vergissmeinnicht
  • Sumpf-Schwertlilie
  • Fieberklee
  • Garten-Kalmus
  • Kerzen-Knöterich
  • Echtes Madesüß
  • Blaublinse
  • Gefüllte Sumpfdotterblume
  • Drachenwurz

Wann werden Stauden gepflanzt?

Zwar können Gartenstauden fast ganzjährig gepflanzt werden, trotzdem profitieren die meisten Arten von bestimmten Pflanzterminen. Winterharte Stauden bevorzugen die Pflanzung in Frühjahr oder Herbst. So haben die Pflanzen ausreichend Zeit, um bis zum Sommer oder bis zum Winter gut zu verwurzeln. Somit ist die Wasserversorgung sowohl im Sommer, wie auch im Winter gewährleistet.

Insofern Sie sicherstellen können, dass Sie Ihre neuen Stauden regelmäßig wässern können, spricht nichts gegen eine Sommerpflanzung. Kaufen Sie die Zierstauden als Containerpflanze oder möchten Sie eine ältere Pflanze aus dem Pflanzkübel ins Freilandbeet umsiedeln, kann dies ganzjährig passieren. Das Umpflanzen ist sogar im Winter möglich, solange das Staudengewächs nicht wurzelnackt und der Boden nicht gefroren ist.

Allgemein sollten Sie vor der Staudenpflanzung den Boden auflockern, bei Bedarf mit etwas Kompost anreichern und vor allem sämtliche Unkräuter mit Wurzeln gründlich entfernen. So bleibt Ihnen aufwendige Gartenarbeit im Staudenbeet erspart.

Welche mehrjährigen Stauden gibt es?

Die Botanik unterscheidet zwischen einjährigen ((sommer-)annuell), zweijährigen und mehrjährigen Stauden. Einjährige Pflanzen benötigen nur kurze Zeit, um die gesamte Vegetationsperiode zu durchlaufen und überstehen in der Regel den Winter nicht. Die Vegetationsperiode einer einjährigen Staude beginnt mit Keimung des Samens, erstreckt sich über die Ausbildung der Pflanze bis hin zu Samenbildung, Samenreife und dem anschließenden Absterben der Pflanze. Zweijährige (winterannuell) brauchen indes einen Kältereiz, um sich in der Vegetation bis zur Samenreife auszubilden. Von Mehrjährigen (plurienn) spricht der Botaniker, wenn eine Pflanze winterfest ist, sie sich über mehrere Jahre immer wieder regeneriert, wiederholt Samen bildet und Samen ausreifen lässt (perenn). Die Lebenszeit einer mehrjährigen Staude kann somit tatsächlich viele Jahre andauern. Abhängig vom Lebensalter können solche Staudenpflanzen auch verholzen.

Es steht Ihnen völlig frei, ob Sie bei der Gestaltung eines Staudengartens bevorzugt einjährige Staudenpflanzen einsetzen, Sie auf lieber auf mehrjährige Stauden oder einen Staudenmix setzen möchten.

Nur mit Einjährigen zu bepflanzen ermöglicht es Ihnen, jedes Jahr das Staudenbeet anders zu gestalten. Mit den Mehrjährigen fällt weniger Gartenarbeit und Pflanzenpflege an. Entschließen Sie sich für eine Kombination aus beidem, haben Sie einerseits mit den Mehrjährigen eine tolle Basis im Staudenbeet, andererseits kann mit wenig Arbeit Altes entfernt, Neues ins Beet gepflanzt und eine neue Optik erreicht werden.

Bei nachfolgenden Sorten handelt es sich um mehrjährige Staudenpflanzen, die wir Ihnen für den Staudengarten ans Herz legen möchten:

  • Lavendel (lila Blüte)
  • Polsterthymian (niedrig wachsend, pinke Blüte)
  • Rote Riesenprachtspiere (hochwachsend, rote Blütenstände)
  • Sternmoos (bodendeckend, kleine Blüten)
  • Bärenfellgras (wunderschön für flächendeckende Begrünung)
  • Rote Christrose (zarte, aber auffällige Blüte)
  • Bunte Stauden-Scabiose (verschiedene Blütenfarben)
  • Katzenminze (lilafarbenes Blütenbild)
  • Goldkörbchen (leuchtendes Sonnengelb)
  • Ysander (für flächige Begrünung)

Nachdem Sie nun viele Tipps erhalten haben, wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Auswahl prächtiger Pflanzen sowie beim Staudengarten gestalten.

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