Farne

Faszinierende Farne für schattige Gärten

Die unglaubliche Vielfalt der Farne wird in der Gartengestaltung bislang nur spärlich verwendet. In der Viktorianischen Zeit zierten sie dagegen viele Englische Gärten und auch der bedeutende Staudenzüchter Karl Foerster liebte sie wegen ihrer "Wunderwelt rhythmischer Filigranentfaltung" sowie der "Unverwüstlichkeit und Dienstwilligkeit ohne Pflege". Mit seinem bahnbrechenden Buch "Einzug der Gräser und Farne in die Gärten" hat er schon vor einem halben Jahrhundert viele zauberhafte Ideen für die Gartengestaltung mit Farnen geliefert. Doch während Ziergräser heute schon fast ein Modeartikel sind, haben die Farne nur langsam in unsere Gärten Einzug gehalten. Der neue Trend der grünen Wände hat den Farnen bereits heute neuen Aufschwung gegeben. Dank der großen Auswahl an interessanten Formen und Farben sollte diese uralte Pflanzengattung jedoch viel mehr genutzt werden.

Die Vielfalt der Farne

Vor etwa 400 Millionen Jahren dominierten die Farne zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlappgewächsen die Wälder. Während die meisten von ihnen heute ausgestorben sind, gibt es weltweit dennoch mehr als zweihundert Gattungen mit einer unglaublichen Anzahl an Arten. Von den insgesamt zehntausend Arten gedeihen die meisten in den schattigen, luftfeuchten Gebieten der Tropen, Subtropen sowie der gemäßigten Klimazone, einige vertragen aber auch sonnige und trockenere Lagen.

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Die Vielfalt der Farne wird durch ihre auffälligen Blattwedel bestimmt. Sie dienen gleichzeitig der Fortpflanzung, da die Sporen, die die Pflanzen zur Fortpflanzung ausbilden, sich an deren Unterseiten befinden. Bei den meisten Sorten sind die Farnwedel ein, zwei- oder dreifach gefiedert, es gibt aber auch Sorten wie der Hirschzungenfarn, die nicht gefiedert sind. In jedem Fall sorgen die meist hellgrünen oder mehrfarbigen Blätter für interessante Strukturen im Garten und setzten tolle Akzente. Ein echtes Spektakel ist auch der Austrieb der Farne. Schon im Herbst sind die neuen Farnwedel ausgebildet, überdauern den Winter allerdings eingerollt und von sogenannten Spreuschuppen geschützt unter dem Herbstlaub sowie den alten Wedeln. Im Frühjahr entrollen sich diese Farnwedel langsam und erinnern dabei an einen Bischofsstab.

Farne im Garten

Da die meisten Farne im Wald zu Hause sind, lieben leicht feuchte und schattige Standorte mit lockeren, humosen Böden. Im lichten Schatten von Gehölzen und Sträuchern fühlen sie sich am wohlsten, sie können aber auch schattige Innenhöfe oder den Schatten hoher Mauern wunderbar bereichern.
Die schneckenresistenten und recht pflegeleichten Farne sind ideal für naturnahe Bepflanzungen, werden aber auch in modernen und asiatischen Gärten gerne eingesetzt. Grundsätzlich gibt es für jede Gartengröße passende Farne und auch Tröge lassen sich gut mit vielen der Arten bepflanzen. Ausläufer bildende Arten wie die Streifenfarne (Asplenium), Rippenfarne (Blechnum), Eichenfarne (Gymnocarpium), Tüpfelfarne (Polypodium) oder Wimperfarne (Woodsia) können auch als Bodendecker verwendet werden, sollten in kleineren Gärten allerdings mit Vorsicht gepflanzt werden, da sie schnell größere Bestände bilden. Die hohen Arten wie der Königsfarn (Osmunda regalis) und der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) setzen in Einzelstellung tolle Akzente, während Klein- und Zwerg-Farne hervorragend Steingärten passen.

Tolle Pflanzpartner für Farne

Aufgrund ihrer auffälligen Blätter lassen sich Farne gut mit anderen Blattschmuckpflanzen und Schattengräsern kombinieren. Schattenverträgliche Blattschmuckstauden wie Funkien (Hosta), Schaublatt (Rodgersia) und Tafelblatt (Astilboides) bieten harmonische Kontraste, während Silberkerzen (Cimicifuga), Wald-Schaumblüten (Tiarella cordifolia), Elfenblumne (Epimedium) und Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) tolle blühende Akzente zum Farn setzen.
Hervorragend eignen sich auch Frühlingsgarten wie Schneeglöckchen und Narzissen als Pflanzpartner, denn sie sind bereits verblüht, wenn die Farne mit ihrem spektakulären Austrieb beginnen.

Farne richtig pflegen

Die in Töpfen gezogenen Farne können Sie eigentlich während der ganzen Vegetationszeit pflanzen. Empfindliche Sorten sollten jedoch im Frühjahr gepflanzt werden, um ihnen genügend Zeit zum Einwurzeln zu geben.
Farne sind meist gut winterhart, können aber zusätzlich durch eine Laubschicht geschützt werden. Auch die Wedel schneidet man am besten erst im Frühjahr ab, um den Horst zu schützen. Für eine gute Versorgung mit Humus kann man im Frühjahr Kompost oder organischen Dünger ausbringen. An trockenen Standorten ist zudem eine regelmäßige Wassergabe notwendig.