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Garten im Winter

19.12.2017 10:00 0 Kommentare

Nachdem der Sommergarten sich im Herbst allmählich auf den Winter vorbereitet, die Bäume ihr Laub abwerfen und die Pflanzenvegetation weitestgehend in Winterruhe geht, bleibt jedem Gartenbesitzer etwas Zeit, sich mit den bevorstehenden Gartenarbeiten im Winter zu beschäftigen. Der Garten im Winter benötigt nicht ganz so viel Zuwendung, doch es gibt einiges, was im Wintergarten zu erledigen ist.

Welche Gartenarbeit fällt im Winter an?

Die anstehenden Gartenarbeiten richten sich hauptsächlich nach dem Wetter. In den frostfreien Phasen können Blumenzwiebeln und andere Gewächse gesetzt werden, welche im folgenden Frühling als Vorboten des Sommers die ersten farbenfrohen Blüten hervorbringen. Aber auch ist es jetzt an der Zeit, alte Bäume zu fällen und den Garten im Winter von bedrohlichen Schneemassen zu befreien.

Winterpflanzung: Jetzt können Bäume gesetzt werden

Die beste Pflanzzeit fällt auf die frostfreien Tage, von denen es zwischen Dezember und März doch einige gibt. Insbesondere heimische Gehölze und einige hier nachgezüchtete und somit bereits akklimatisierte exotische Holzgewächse können gut im Winter in den Garten gepflanzt werden. Einheimische Nadelgehölze, Laubbäume sowie Obstbäume kommen nach der Winterpflanzung problemlos mit Temperaturen bis -20°C bestens zurecht. Frostfreie Tage erlauben den Erdaushub. Nach dem Pflanzen muss gewässert werden. Bildet sich um den Stamm herum eine Eisschicht auf der Erde, schützt diese davor, dass frisch gepflanzte Bäume durch Zugluft austrocknen. Bleiben Schnee und Eisdecke aus, müssen die jungen Bäume 1 bis 2 mal pro Monat gewässert werden. Bis in den nächsten Frühling hinein ist der junge Baum gestärkt und treibt kräftig aus.

Noch junge Obstbäume sollten mit einem Weißanstrich behandelt werden. Dadurch wird der Bildung von Frostrissen vorgebeugt. Junge Zierbäume werden aus ästhetischen Gründen nicht getüncht, sondern mit Jute umwickelt, um Risse im Holz zu verhindern, die sonst im Winter durch Einwirkung warmer Sonnenstrahlen entstehen können.

Bäume im Winter fällen

Wollen Sie einen Baum fällen, sollten Sie bis in den Winter warten. In den Wintermonaten tragen Bäume kein Laub und sie haben keinen Pflanzensaft mehr. Dies erleichtert Ihnen das Fällen. Außerdem erhalten Sie wertvolles Brennholz, das schneller trocknet und nach ein bis zwei Jahren Trockenzeit einen sehr hohen Brennwert erzielt. Unmittelbar nach dem Baumfällen können Sie das Holz grob stückeln, stapeln und mit einer Folie vor Regenwasser schützen, um den Trocknungsprozess des Holzes zu unterstützen.

Entfernen der Schneedecke

In Gebieten bzw. an Tagen mit starkem Schneefall kann es erforderlich sein, die Schneedecke zu entfernen. Dies ist beispielsweise bei Gartenhäusern, Geräteschuppen sowie Gewächshäusern sinnvoll, damit die Dachkonstruktion nicht zu sehr belastet wird. Auch bei einigen Gewächsen ist zu empfehlen, Äste von der schweren Schneelast zu befreien. Meist genügt es, wenn Sie mit der Hand an den Zweigen schütteln oder mit einem Besen bzw. einer Teleskopstange stärkere Äste in der Baumkrone zum Wackeln bringen. Falls Sie einen Gartenteich besitzen, sollten Sie zumindest 1/3 der Wasseroberfläche schnee- und eisfrei halten, damit das Teichwasser ausreichend Sauerstoff erhält. Um eine geschlossene Eisdecke zu verhindern, genügt es, wenn Sie ein paar Tennisbälle ins Teichwasser werfen.

Welche Pflanzen benötigen einen Winterschutz?

Heimische Gewächse kommen in der Regel mit dem hiesigen Wetter problemlos zurecht. Doch bestimmte Pflanzen brauchen zumindest einen leichten, manche Gewächse sogar einen intensiveren Winterschutz.

Rosen, Lavendel, Hanfpalme, sowie Kamelie und junge Bäume brauchen wenigstens um den Wurzelstamm herum Kälteschutz. Dieser kann beispielsweise durch Aufschichten von Rindenmulch um den Stamm erfolgen. Auch Laub kann dafür verwendet werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass immer ein kleiner Abstand vom Schichtmaterial zum Stamm eingehalten wird, damit Fäulnis und Schimmelbildung verhindert werden. Haben Sie abgeschnittene Tannenzweige zur Verfügung, eignen sich diese ebenfalls, um damit das Erdreich in Stammnähe abzudecken. So vermeiden Sie Frostschäden, aber auch das Austrocknen der Gewächse.

Nicht winterharte Kübelpflanzen sollten vor dem ersten Frost in den Keller oder in die Garage verbracht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Kübel verhältnismäßig klein ist und gut transportiert werden kann. Kleine Pflanzkübel durchfrieren schneller, weshalb das Verbringen in Keller bzw. Garage ratsam ist.

Bei Winterschutz Pflanzen und Kübel verpacken

Große und nicht ohne Weiteres transportierbare Pflanzkübel werden mit Gartenvlies umhüllt. Ebenfalls können Jutesäcke über die empfindlichen Pflanzenteile gestülpt und im unteren Bereich leicht zugebunden werden. Um mehr Farbe in den tristen Garten im Winter zu bringen, lassen sich farbige Schleifen, bunte Kugeln und andere Dekoelemente einsetzen, wenn Sie sich ans Verpacken der frostempfindlichen Pflanzen machen.

Denken Sie daran, Kübelpflanzen auch im Winter zu wässern. Winterharte sowie nicht winterharte Kübelpflanzen benötigen auch im Winter regelmäßig Wasser, damit sie nicht austrocknen. Nicht nur die im Freiland stehenden Pflanzen, sondern ebenfalls die untergestellten Kübelpflanzen sollten gegossen werden. Reduziertes Gießen 1 bis 2 Mal pro Monat reicht aus, um alle Containerpflanzen sicher durch die Wintermonate zu bringen. Düngemittel werden nicht verabreicht.

Welche Pflanzen blühen im Winter?

Dass es im Wintergarten farb- und duftlos zugehen muss, ist übrigens ein Irrglaube. Verschiedene Winterblüher sorgen in der kalten Jahreszeit für wunderschöne Farben. Zu den attraktivsten Winterblühern zählt zweifelsfrei die Zaubernuss (z. B. die Zaubernuss ‚Westerstede‘). Das ostasiatische Gehölz bildet im Winter knäuelartige Blütenstände, die zudem intensiv duften. Zwar rollt die Zaubernuss bei Frost ihre fädigen Blütenstände ein, doch gerade dies verleiht dem Gewächs sein wunderschönes Aussehen. Ebenso begeistert der Duftschneeball im Winter mit seinen stark duftenden Blütenbüscheln. Die weiße Blüte harmoniert einzigartig mit der Schneelandschaft - und selbst, wenn üppiger Schneefall ausbleibt, ist die weiße Blüte des Duftschneeballs ein Highlight im Wintergarten. Die Schneeforsythie erhellt den Garten im Winter je nach Sorte mit zartem Rosa und steigert die Freude, auf den nahenden Frühling.

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