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Bäume unterpflanzen

21.11.2017 10:00 0 Kommentare

Als Baumscheibe bezeichnet man die Fläche unterhalb von Bäumen, die gemeinhin als schlecht bepflanzbar gilt. Tatsächlich ist immer wieder zu sehen, dass sich unterhalb eines Baumes zuerst kahle Stellen und dann sogar der vollständige Rückzug anderer Pflanzen zeigt. Selbst Rasen bildet sich zurück, wenn die Baumkrone größer wird und zunehmend mehr Schatten rund um den Baumstamm wirft. Dies ist ein Grund, warum Bäume unterpflanzen als gärtnerische Herausforderung gilt. Doch unmöglich ist dies keinesfalls, wenn einerseits geeignete Gewächse zur Unterpflanzung ausgewählt und andererseits die Besonderheiten von Tiefwurzlern und Flachwurzlern berücksichtig werden.

Schwierige Standortbedingungen für Pflanzen unter Bäumen

Der Baum als große Pflanze beeinflusst die Standortbedingungen massiv. Mit wachsender Baumkrone wird der Schatten größer und je weiter man sich im Baumschatten dem Stamm nähert, desto dunkler und kälter wird es im Schattenbereich unterhalb des Baumes. Ein weiterer Aspekt, der beim Unterpflanzen von Bäumen zum Tragen kommt, ist die Dichte der Baumkrone. Je größer und älter der Baum ist, desto dichter wächst die Krone und umso geringer ist die Wasserversorgung im Baumschatten.

Während die Baumwurzeln sich in die Tiefe oder in die Breite ausstrecken, um die Wasserversorgung des Baumes zu gewährleisten, haben es Unterpflanzen mit zunehmender Baumgröße schwieriger, optimal versorgt zu werden. Wird indes bei der Unterpflanzung von Bäumen darauf geachtet, dass Unterpflanzen und Baum sich gut ergänzen, werden alle Gewächse optimal versorgt und gedeihen in unmittelbarer Nachbarschaft sehr gut.

Lediglich Walnussbäume sind nicht unterpflanzbar, da die ätherischen Öle der Blätter das Wachstum jeglicher Konkurrenz verhindern.

Unterpflanzung von Tiefwurzlern

Bäume werden anhand ihrer typischen Wurzelbildung in Tiefwurzler und Flachwurzler unterteilt. Tief verwurzelnde Bäume können relativ leicht unterpflanzt werden, da im Bereich der Baumscheibe kaum Baumwurzeln die Wurzeln anderer Pflanzen verdrängen und auch im Hinblick auf die Wasserversorgung andere Pflanzen gut gedeihen können. Denn der Baum selbst versorgt sich aus der Tiefe mit Wasser und Nährstoffen, somit bleibt im oberen Erdbereich genug für andere Gewächse.

Zu den Tiefwurzlern zählen unter anderem folgende Baumarten:

  • Eiche
  • Esche
  • Bergahorn
  • Apfelbaum
  • Apfeldorn
  • Kiefer
  • Lärche
  • Vogelbeere
  • Tannen

Auch Esskastanien zählen zu den tief verwurzelnden Bäumen; Linde und Lärche werden als Herzwurzler bezeichnet, da sie zwar in die Tiefe, aber auch etwas tellerartig ihre Wurzeln bilden. Diese Bäume können mit etwas Abstand zum Stamm, ähnlich wie die Tiefwurzler, unterpflanzt werden.

Möchten Sie einen dieser Bäume unterpflanzen, müssen lediglich Pflanzenarten gefunden werden, die mit verhältnismäßig trockenem Boden und einem Schattenplatz gut auskommen. Tolle Beispiele nennen wir Ihnen im übernächsten Abschnitt unseres Ratgebers.

Unterpflanzung von Flachwurzlern

Um flach wurzelnde Bäume unterpflanzen zu können, gibt es weitere zu berücksichtigende Aspekte. Doch schauen wir zuerst, bei welchen Bäumen die Wurzeln sich unterhalb der Erdoberfläche in die Breite ausbilden.

Zu den flach wurzelnden Bäumen gehören zum Beispiel:

  • Birken
  • Fichten
  • Weiden
  • Magnolien
  • Feldahorn
  • Spitzahorn
  • Pappeln

Die Unterpflanzung von Flachwurzlern ist etwas schwieriger als bei Tiefwurzlern, da im Bereich der Baumscheibe großer Wurzeldruck herrscht. Außerdem gibt es eine hohe Konkurrenz zwischen Baumwurzeln und anderen Pflanzenwurzeln, wenn es um die Nährstoffe im Erdreich geht.

Bevor die Unterpflanzung von Flachwurzlern vorgenommen wird, steht eine sorgfältig durchdachte Pflanzenauswahl an sowie die richtige Vorbereitung des Bodens. Generell ist Umgraben und Auflockern des Bodens beim Einpflanzen neuer Gewächse ratsam. Beim Bäume unterpflanzen sollte dies bei flachen Baumwurzeln nur mit äußerster Vorsicht erfolgen. Die Gefahr, die Wurzeln des Baumes zu beschädigen ist hoch.

Behutsam können Sie mit einem Dreizink oder einer Gartenkralle vorsichtig die Erde auflockern, um vorsichtig nach Bereichen zu suchen, wo größere Lücken zwischen den Baumwurzeln sind, die zum Einpflanzen neuer Gewächse genutzt werden können.

Damit Sie nicht allzu tief graben müssen, können Sie an geeigneten Standorten das Pflanzloch mit Komposterde oder Laubhumus aufschütten. Eine Aufschüttung sollte jedoch nicht höher wie drei bis fünf Zentimeter betragen. Dies klingt zwar nicht nach viel, hilft aber dabei, Unterpflanzen überhaupt erst in der Baumscheibe ansiedeln zu können.

Eine weitere Idee ist es, neue Pflanzen etwas weiter vom Baumstamm entfernt anzusiedeln, da das Baumwurzelgeflecht umso weniger wird, desto weiter man sich vom Baumstamm wegbewegt. Trotzdem können geeignete Unterpflanzen in Richtung des Baumstammes wachsen und so für eine schöne Begrünung unterhalb des Baumes sorgen.

So gedeihen Unterpflanzungen gut

Vor der Pflanzung sollten die neuen Pflanzen die Möglichkeit bekommen, im Wasserbad gut zu wässern. Lassen Sie daher die Wurzeln sich gut vollsaugen. Ist die Pflanze im Erdloch, wird mit Substrat aufgefüllt, die Erde feste angedrückt und anschließend mit gehäckseltem Holz abgedeckt. Dadurch wird Unkraut unterdrückt und der Boden hält besser die Feuchtigkeit.

Damit die neuen Pflanzen sich gut etablieren können, erfolgt die Pflanzung am besten im Spätsommer, wenn der Baum seine Vegetation weitestgehend eingestellt hat. Er benötigt dann weniger Wasser und weniger Nährstoffe, sodass mehr für die Neupflanze übrig bleibt.

Junge Pflänzchen brauchen anfangs Ihre Aufmerksamkeit und abhängig von den Niederschlägen meist auch zusätzliches Wässern. Zusätzliches Bewässern kann zumindest bis nach dem ersten Sommer erforderlich sein, da unterhalb von Bäumen

  • im Herbst wenig Regenwasser den Boden erreicht.
  • im Winter kaum eine Wasserversorgung stattfindet.
  • im Frühling der Baum aktiv wird und viel Wasser braucht.
  • im trockenen Sommer ohnehin oft Wassermangel herrscht.

Welche Pflanzen eignen sich für die Unterpflanzung?

Nachdem Sie nun bereits viel über die funktionierende Bepflanzung unter Bäumen erfahren haben, wollen wir darauf eingehen, welche Möglichkeiten der Gartengestaltung sich unter Bäumen bieten. Hier können Sie wahlweise eine von zwei Methoden wählen oder beide Varianten zur Unterbaumbegrünung kombinieren.

Die einfachste und pflegeleichteste Option bilden bodenbedeckende Gewächse, da sie nach dem Anwachsen kaum noch Pflege benötigen. Unter ihnen gibt es zahlreiche Exemplare, die problemlos in der Baumscheibe gedeihen und mit dunklem Schatten in der Nähe des Stammes sehr gut klarkommen. Als Bodendecker unter Bäumen kommt Efeu in Betracht oder Kleines Immergrün (Vinca minor). Buchsbaum, Teppichmistel, Waldmeister und Mahonie sind ebenfalls attraktive Unterpflanzen.

Zum Begrünen unter Flachwurzlern bieten sich diese Gewächse an: Farne, Efeu, Krokusse, Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Rhododendron sowie Hortensien am äußeren Rand der Baumscheibe, da die Hortensie gut im Halbschatten gedeiht. Typische Waldstauden können sich ebenfalls gut in der Nähe zu tellerförmig verwurzelnden Bäumen durchsetzen.

Für die Begrünung der Baumscheibe von Tiefwurzlern eignen sich Heckenkirsche, Beerensträucher (z. B. Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren), zahlreiche Storchschnabel-Arten sowie Forsythien und Hostas.

Gartengestaltung unter Bäumen mit Blühpflanzen

Im Gehölzschatten muss nicht nur auf immergrüne, blütenlose Gewächse oder gewöhnliche Sträucher für Schatten zurückgegriffen werden. Es gibt zahlreiche Pflanzenarten, die sogar im Schatten mit attraktiver Blüte den Garten aufwerten. In Betracht kommen neben den bereits genannten Beispielen zudem:

  • Narzisse
  • Traubenhyazinthe
  • Tulpe

Sie sehen, die Gartengestaltung unter Bäumen ist möglich und bietet Ihnen aufgrund vieler nutzbarer Pflanzenarten sogar Raum für Kreativität und farbenfrohe Abwechslung.

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