Efeu - Hedera

Der Efeu (Hedera helix) ist ein echtes Multitalent, wenn es um die Gartengestaltung geht. Sowohl als Bodendecker unter Gehölzen als auch an Fassaden und Mauern macht er eine gute Figur und bezaubert mit seinem schönen, immergrünen Blattwerk, das je nach Sorte sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wir zeigen Ihnen die Gestaltungsmöglichkeiten mit der schattenliebenden Kletterpflanze.

Efeu - der heimische Bodendecker und Kletterer

Als einziger in Europa heimischer "Wurzelkletterer" kann der Efeu mit seinen Haftwurzeln problemlos an Bäumen und Mauern emporklettern. Er wächst aber auch kriechend über den Boden und lässt sich als Bodendecker nutzen. Dabei fasziniert er mit einem dunkelgrünen Blattwerk, das drei- bis fünflappige Blätter vorweist. Schon früh wurde seine Schönheit genutzt und sein stolzes Alter von bis zu mehr als 450 Jahren macht ihn zu einem echten Dauerbrenner. An einigen alten Schlössern wie dem Tempelherrenhaus in Weimar kann man besonders prachtvolle Exemplare, deren Stamm so dick wie ein Baum ist, bewundern. Einige dieser alten Exemplare stehen daher sogar unter Naturschutz.




Währen das Laub des Efeus sehr schön und markant ist, fallen die Blüten eher unscheinbar aus. Sie zeigen sich erst von September bis Oktober und erscheinen als gelbgrüne, halbkugelige bis kugelige Blütendolden an den aufstrebenden Trieben erwachsener Pflanzen. Diese Triebe, die wie Büsche nach oben streben, besitzen keine Haftwurzeln und haben im Gegensatz zu den rankenden Pflanzenteilen ovale, nicht gefächerte Blätter. Die dunklen Früchte, die zwischen Januar und April reifen, werden von einigen Vögeln wie dem Gartenrotschwanz, der, Amsel, der Mönchsgrasmücke und dem Rotkehlchen gefressen. Diese tragen so auch zur Samenausbreitung bei.

Der schattenliebende Efeu und seine Sortenvielfalt

Der natürliche Lebensraum des Efeus sind Wälder, Auen, Steinbrüche sowie Ruinen. Auch in unseren Gärten liebt er schattige Standorte und wächst dort, wo es anderen Pflanzen zu dunkel ist. Unter den mehr als 900 Sorten gibt es aber auch einige, die ein wenig Sonne mögen. So benötigen die buntlaubigen Sorten wie 'Goldherz' etwa zwei bis drei Stunden Sonne täglich, um ihre charakteristische Laubfärbung zu erhalten.
Während die meisten Sorten durch dunkelgrün-glänzende Blätter mit einer schönen hellen Maserung auffallen, bieten die buntlaubigen Sorten Blätter mit gelblicher oder weißlicher Färbung. Auch bei den Blattformen bietet der Efeu einige Auswahl und bezaubert mit eher herzförmigen Blättern oder zeigt sich mit spitzen und/oder gewellten Blatträndern. Die Auswahl an passenden Sorten für Ihren Garten ist also groß und für jeden Geschmack etwas dabei.

Hedera: der Klassiker unter den Bodendeckern

Aufgrund seiner unschlagbaren Vorteile ist der Efeu in deutschen Gärten sehr beliebt. Schließlich ist er nicht nur sehr dekorativ, sondern auch sehr anspruchslos und vielseitig einsetzbar. Verwendung findet Efeu unter anderem auf Bodenflächen, auf denen kein Rasen mehr wächst, die zu aufwendig in der Pflege sind oder die keinen Arbeitsaufwand verursachen sollen. Mithilfe seines starken Wuchses und des dichten Blattwerks unterdrückt er zuverlässig Unkraut und bildet schnell einen dichten Teppich aus schönem Grün. Beliebt ist der Bodendecker aber auch an Böschungen sowie unter Büschen und Bäumen.
Wer einen dichten Efeuteppich zaubern möchte, sollte pro Quadratmeter etwa fünf bis zehn Stück pflanzen. Bereits nach zwei Jahren ist er flächendeckend gewachsen. Für große Flächen empfiehlt es sich, den grünen Efeu zu verwenden, während man für kleinere Flächen auf die buntblättrigen Sorten zurückgreifen sollte, da diese in der Regel nicht so robust sind.

So schön und robust der Efeu ist, so sehr sollte er allerdings auch mit Vorsicht eingesetzt werden, denn nicht alle Gehölze und Bäume vertragen den Wurzeldruck von alteingesessenem Efeu. Keine Probleme bereitet er hingegen Kirschlorbeer, Rodgersie, Funkie und Wald-Geißbart. Sie sind ebenso zäh und können mit dem Efeu als Bodendecker konkurrieren. Bei vielen anderen Pflanzen sollten Sie dagegen aufpassen, dass der Efeu sie nicht einfach überwächst.

Efeu als Fassadengrün und Kletterer

Dank seiner Haftwurzeln wird Efeu ebenfalls gern für die Fassaden- und Mauerbegrünung genutzt. Dabei kommen die Pflanzen ohne Stütze aus und begrünen auch größere Mauerflächen schnell. Wer auf seinem Balkon einen lebendigen Sicht- und Windschutz schaffen möchte, ist mit dem Efeu ebenso gut beraten. Da er auch in dunklen Ecken hervorragend wächst, ist er hier die ideale Wahl und sorgt mit seinen attraktiven Blättern für eine Bereicherung.

Weil sich die Haftwurzeln des Efeus nur sehr schwer entfernen lassen, ist eine Fassadenbegrünung mit Efeu ein "Bund fürs Leben". Zudem sollten Sie sicherstellen, dass keine Bauschäden vorhanden sind, denn die Wurzeln können den Putz sprengen.

Den anspruchslosen Efeu richtig pflegen

Der Efeu liebt kalkhaltige, humose Lehmböden, gedeiht aber auch auf ärmeren Sandböden, insofern sie mit Humus angereichert wurden und nicht zu trocken sind. Auch vollsonnige Standorte mag die Waldpflanze nicht.

Bei passender Standortwahl benötigt der Efeu kaum Pflege. Ein leichter Schnitt der frischen Triebe im April fördert allerdings ein dichtes und buschiges Wachstum. Kürzen Sie dazu die jungen Triebe um fünf bis zehn Zentimeter, um den Austrieb an den weiter unten gelegenen Pflanzenteilen anzuregen.
Bei einer Fassadenbegrünung können zu lange Ranken an Fenstern einfach zurückgeschnitten werden. Achtung ist auch am Dach geboten, schließlich sollte der Efeu nicht unter die Dachziegel dringen.